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Landwirtschaft in der Schweiz

Landwirtschaft in der Schweiz: Betriebe, Zonen, Tierwohl und Bio

Die Landwirtschaft in der Schweiz reicht von Ackerbau und Gemüsebau im Mittelland bis zur Bewirtschaftung von Wiesen und Alpen in Bergregionen. Hofwissen ist ein unabhängiger deutschsprachiger Informationsguide zu Schweizer Landwirtschaft, regionalen Lebensmitteln und Hofleben. Er ordnet ein, wie Höhenlage, Klima und verfügbare Nutzfläche den Alltag auf Schweizer Landwirtschaftsbetrieben und ihre Produktionsmöglichkeiten beeinflussen. Auch Tierwohl, biologische Bewirtschaftung und Agrarpolitik gehören zum Überblick. Die Themen reichen von der Versorgung mit regionalen Lebensmitteln bis zu den wirtschaftlichen und ökologischen Anforderungen an Höfe. So wird deutlich, warum sich Betriebsformen und Entscheidungen zwischen Tal- und Berggebiet unterscheiden.

So ist die Landwirtschaft in der Schweiz organisiert

Die Landwirtschaft in der Schweiz wird durch die Struktur der Betriebe, unterschiedliche natürliche Standortbedingungen und den verfassungsrechtlichen Auftrag des Bundes geprägt. Für die Einordnung der Schweizer Landwirtschaftsbetriebe sind sowohl Betriebs- und Biostatistiken als auch die landwirtschaftliche Zoneneinteilung wichtig. Talzone, Hügelzone und Bergzonen unterscheiden sich darin, welche Bedingungen die Bewirtschaftung vor Ort prägen. Direktzahlungen unterstützen Leistungen, die über die reine Produktion von Lebensmitteln hinausgehen, und sind an ökologische Anforderungen gebunden.

Betriebe und Bio in Zahlen

Die BFS-Strukturerhebung 2023 liefert die massgeblichen Betriebszahlen und ermöglicht den Vergleich mit dem Vorjahr. Sie weist auch aus, wie viele Betriebe biologisch wirtschafteten.

Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz: BFS-Strukturerhebung 2023
KennzahlWertBezugsjahr
Landwirtschaftsbetriebe insgesamt47 7192023
Veränderung der Betriebszahl−1,3 Prozent gegenüber 20222023 im Vergleich zu 2022
Biobetriebe7 896 beziehungsweise 16,5 Prozent2023

Quelle aller Angaben ist die BFS-Strukturerhebung 2023. Die Zahlen zeigen sowohl die Gesamtgrösse der Betriebsstruktur als auch den Anteil der Biobetriebe im selben Erhebungsjahr.

Talzone, Hügelzone und Bergzonen

Die landwirtschaftlichen Zonen der Schweiz bilden unterschiedliche natürliche Produktionsbedingungen ab. Die sechs Kategorien reichen von der Talzone bis zur Bergzone IV:

  • Talzone: Vergleichsweise milde Bedingungen und eine längere Vegetationszeit begünstigen den Anbau; ebene oder weniger steile Flächen lassen sich häufig einfacher bewirtschaften.
  • Hügelzone: Sie bildet den Übergang zwischen Tal- und Berggebiet; stärker bewegtes Gelände und kürzere Vegetationszeiten können die Bewirtschaftung gegenüber dem Tal erschweren.
  • Bergzone I: Als erste Bergzone weist sie meist geringere natürliche Erschwernisse auf als die höheren Bergzonen, bleibt aber durch Höhenlage und Gelände geprägt.
  • Bergzone II: Gegenüber Bergzone I nehmen die Einschränkungen durch Höhenlage und Topografie grundsätzlich zu; das beeinflusst die Auswahl geeigneter Kulturen und Bewirtschaftungsarbeiten.
  • Bergzone III: Kürzere Vegetationszeiten und anspruchsvolleres Gelände schränken die landwirtschaftliche Nutzung stärker ein als in den tiefer gelegenen Zonen.
  • Bergzone IV: Sie steht innerhalb der Zoneneinteilung für besonders anspruchsvolle Produktionsbedingungen; steile Flächen und eine kurze Wachstumszeit prägen die Bewirtschaftung.

Die Einteilung berücksichtigt natürliche Produktionsbedingungen und macht regionale Unterschiede systematisch sichtbar. Für die Betriebe bedeutet das: Anbau und Arbeitsplanung müssen zum Gelände und zum örtlichen Klima passen.

Direktzahlungen und ökologischer Leistungsnachweis

Artikel 104 der Bundesverfassung (BV) verankert den multifunktionalen Auftrag des Bundes. Dazu gehören Ernährungssicherheit, die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen, die Pflege der Kulturlandschaft und die dezentrale Besiedlung; Direktzahlungen sind ein Instrument zur Unterstützung dieser Leistungen.

  • Kulturlandschaftsbeiträge: Sie unterstützen die Pflege und Offenhaltung der Kulturlandschaft, auch dort, wo Gelände und Standort die Bewirtschaftung aufwendiger machen.
  • Versorgungssicherheitsbeiträge: Sie stärken die landwirtschaftliche Produktionskapazität und tragen dazu bei, dass Flächen für die Versorgung mit Lebensmitteln bewirtschaftet werden.
  • Biodiversitätsbeiträge: Sie fördern Flächen und Massnahmen zugunsten der biologischen Vielfalt; Umfang und Ausgestaltung richten sich nach den geltenden Programmanforderungen.
  • Landschaftsqualitätsbeiträge: Sie unterstützen regional abgestimmte Leistungen, die charakteristische Landschaftselemente erhalten oder die Qualität einer Kulturlandschaft stärken.
  • Produktionssystembeiträge: Sie fördern festgelegte Produktionsweisen, wenn Betriebe die jeweiligen Anforderungen des gewählten Systems erfüllen.

Voraussetzung für Direktzahlungen ist grundsätzlich der ökologische Leistungsnachweis (ÖLN). Zu seinen Anforderungen gehören unter anderem eine ausgeglichene Nährstoffbilanz, Fruchtfolge, Bodenschutz und angemessene Biodiversitätsförderflächen. Die Zonierung bildet natürliche Erschwernisse ab, während die Beitragsarten Leistungen und Produktionsweisen gezielt unterstützen. Für die Praxis müssen Betriebe ihre Flächen und Arbeitsabläufe daher sowohl an den Standortbedingungen als auch an den ÖLN- und Programmanforderungen ausrichten.

Tiere und Haltung

Die Nutztierhaltung in der Schweiz umfasst unterschiedliche Betriebszweige, von der Milchproduktion bis zur Geflügelhaltung. Welche Tiere gehalten werden, hängt unter anderem von Betriebsstruktur, Futtergrundlage und Standort ab. Für das Tierwohl setzen viele Höfe auf angepasste Ställe und regelmässigen Auslauf. Freiwillige Programme des Bundes fördern bestimmte Haltungsformen mit Produktionssystembeiträgen. Die Bestandszahlen zeigen zugleich, wie sich einzelne Tierzweige verändern.

Rinder, Milch und Fleisch

Rinder prägen viele Schweizer Höfe, doch Milch- und Fleischproduktion beruhen auf unterschiedlichen Betriebsabläufen. Neben diesen Zweigen sind Schweine- und Geflügelhaltung wichtige Bereiche der Nutztierhaltung in der Schweiz.

  • Milchviehbetriebe halten Kühe zur Milchgewinnung; die tägliche Arbeit umfasst Fütterung, Melken, Tierkontrolle und die Versorgung der Kälber.
  • Bei der Rindfleischerzeugung werden Tiere für die Fleischproduktion aufgezogen oder gemästet; die Futterration und Haltung richten sich nach Alter und Produktionsziel.
  • In der Mutterkuhhaltung bleibt das Kalb bei der Kuh und trinkt deren Milch; die Herde nutzt häufig Weiden und Grünland.
  • Schweinebetriebe konzentrieren sich auf Zucht, Ferkelaufzucht oder Mast; diese Produktionsstufen können auf verschiedene Höfe verteilt sein.
  • Geflügelhöfe erzeugen vor allem Eier oder Geflügelfleisch; Legehennenhaltung und Mast unterscheiden sich bei Herdenzusammensetzung und Produktionsablauf.

Die Betriebszweige können einzeln oder kombiniert geführt werden. Entscheidend ist, dass Stall, Arbeitsaufwand und Futterversorgung zur jeweiligen Tierart und zum Produktionsziel passen.

Tierwohlprogramme BTS und RAUS

BTS und RAUS fördern unterschiedliche Aspekte des Tierwohls und sind freiwillige Programme. Die Anforderungen richten sich nach Tierart und Kategorie; eine Teilnahme setzt die Erfüllung der jeweils geltenden Vorgaben voraus.

Vergleich der Tierwohlprogramme BTS und RAUS
ProgrammSchwerpunktAnforderungen und Abgeltung
BTSBesonders tierfreundliche StallhaltungssystemeDie Stallgestaltung muss den programmspezifischen Anforderungen für die Tierkategorie entsprechen und tiergerechte Ruhe- und Bewegungsmöglichkeiten unterstützen. Die Teilnahme wird über Produktionssystembeiträge abgegolten.
RAUSRegelmässiger Auslauf im FreienDie Tiere erhalten nach den geltenden Vorgaben Zugang zu einem Aussenbereich oder zur Weide. Die Anforderungen unterscheiden sich von BTS und werden ebenfalls über Produktionssystembeiträge abgegolten.
Teilnahme und BeiträgeFreiwillige Wahl je nach Betrieb und TierkategorieEin Hof kann die passenden Programme anmelden und muss deren jeweilige Bedingungen einhalten. Beitragshöhe und Voraussetzungen richten sich nach den geltenden Ansätzen und der angemeldeten Tierkategorie.

BTS betrifft vor allem die Gestaltung des Stalls, RAUS den Aufenthalt ausserhalb des Stalls. Die Programme sind deshalb nicht gleichzusetzen; für die Wahl zählen Tierart, vorhandene Einrichtungen und betriebliche Abläufe.

Entwicklung der Tierbestände 2023

Das Bundesamt für Statistik (BFS) verzeichnete 2023 gegenüber 2022 bei den Milchkühen einen Rückgang um 2,0 Prozent. Der Schweinebestand sank im selben Vergleich um 3,5 Prozent, während der Geflügelbestand um 0,3 Prozent zunahm. Die drei Werte zeigen unterschiedliche Entwicklungen innerhalb der Tierhaltung: Bei den beiden erstgenannten Gruppen gingen die Bestände zurück, beim Geflügel gab es einen leichten Zuwachs. Für die Praxis sollte ein Betrieb Tierwohl und Programmwahl gemeinsam mit seiner Tierkategorie und den vorhandenen Stall- oder Auslaufeinrichtungen prüfen. BTS passt zum Schwerpunkt Stallhaltung, RAUS zum regelmässigen Auslauf; ausschlaggebend sind die jeweiligen Bedingungen und der Betriebsalltag.

Weiterführende Themen der Landwirtschaft

Neben Betriebsstruktur, Zonen und Tierhaltung gehören auch Rinderrassen, biologische Standards und die Weitergabe eines Hofes zu wichtigen Themen der Landwirtschaft in der Schweiz. Sie betreffen unterschiedliche Entscheidungen: welche Tiere zu einem Betrieb passen, wie Bio-Anforderungen umgesetzt werden und was bei einem Eigentumswechsel zu klären ist. Die Detailthemen ordnen Fachbegriffe und praktische Abläufe jeweils ihrem Zusammenhang zu. So lässt sich gezielt zwischen Fragen zur Bewirtschaftung, zur Zertifizierung und zur Betriebsnachfolge unterscheiden.

Rinderrassen und Alpwirtschaft

Die Detailseite ordnet Rinderrassen nach Eigenschaften und Verwendungszweck ein: Braunvieh ist vor allem für die Milchproduktion bekannt, während das Simmentaler Fleckvieh sowohl für Milch als auch für Fleisch genutzt wird. Auch robuste Zweinutzungsrassen und regional verbreitete Tiere werden nach ihren jeweiligen Stärken betrachtet. Dazu erklärt die Seite, wie die Alpwirtschaft mit der saisonalen Weide zusammenhängt: Rinder verbringen den Sommer auf höher gelegenen Weiden und kehren im Herbst ins Tal zurück. Der Alpabzug markiert diesen Wechsel und ist mit dem Abschluss der Alpsaison verbunden. Damit erhalten Sie eine Orientierung zu Rassenwahl, Weidezeit und den Abläufen zwischen Talbetrieb und Alp.

Bio und Knospe

Die Detailseite beschreibt die Bio-Landwirtschaft in der Schweiz und erklärt die Knospe als Kennzeichnung von Bio Suisse. Sie ordnet ein, wie sich die Anforderungen der Schweizer Bio-Verordnung von den zusätzlichen Richtlinien unterscheiden, die für Knospe-Betriebe gelten. Im Mittelpunkt stehen Vorgaben für die landwirtschaftliche Produktion, etwa der Umgang mit Betriebsmitteln und die Bewirtschaftung des gesamten Hofes. Auch Verarbeitung und Kennzeichnung biologischer Lebensmittel werden behandelt: Rohstoffe müssen nachvollziehbar bleiben und Bio-Ware ist bei Verarbeitung und Lagerung entsprechend zu führen. Wiederkehrende Kontrollen prüfen, ob die geltenden Vorgaben eingehalten werden. So wird verständlich, welche Schritte hinter der Bio-Zertifizierung für Schweizer Bauernhöfe stehen.

Hofkauf und Hofübergabe

Die Detailseite führt durch zentrale Fragen beim Kauf, bei der Übernahme und bei der Übergabe eines Landwirtschaftsbetriebs. Eine Betriebsprüfung umfasst beispielsweise Gebäudezustand, Maschinen, Tierbestand, laufende Verpflichtungen und die wirtschaftliche Situation; daraus ergibt sich eine Grundlage für die Finanzierungsplanung. Bei landwirtschaftlichem Boden ist zudem das bäuerliche Bodenrecht (BGBB) relevant, das besondere Regeln für Erwerb und Eigentumsübertragung enthält. Rechtliche Abklärungen können Pachtverhältnisse, bestehende Verträge und notwendige Bewilligungen betreffen. Für eine Hofübergabe gehört auch die zeitliche Planung dazu: Aufgaben, Zuständigkeiten und Wissen werden schrittweise zwischen den Generationen übergeben. Je nach Anliegen führt die passende Detailseite damit von Rassen und Alpbewirtschaftung über Bio-Vorgaben bis zur geregelten Betriebsnachfolge.

In diesem Bereich

  • Kuhrassen in der Schweiz

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